Titelseite

Nummer 12

Mai 2017

Emily Guilding

„Wie bei einem Hurrikan auf einen Baum zu klettern“

Jordanien für Nomaden

ABENTEUER

Das Land des Thanaka

EXOTISCH

In 80 Klubs um die Welt

TENDENZEN

Inhalt

Magazine

Inhalt

INHALT

Nummer 12

AUSTRALIEN

Vereint mit dem Meer

Der unbezähmbare Ozean auf einer Seite, die wilde Natur auf der anderen. Zwei Fahrbahnen trennen Land und Meer voneinander und verlaufen entlang der australischen Küste an schwindelerregenden Klippen, Kängurus und Surfern vorbei.

Emily Guilding

„Wie bei einem Hurrikan auf einen Baum zu klettern“

Sie tauschte ihren Bürojob, um als Akrobatin bei mehr als 240 Kilometern pro Stunde festgeschnallt auf einem Doppeldecker aus den 40er Jahren zu arbeiten. So ist das Leben auf Wolken.

Abenteuer

Jordanien für Nomaden

650 Kilometer in 40 Tagen. Die neue Route „Jordan Trail“, die Jordanien von Norden nach Süden durchquert, ist ein deutlicher Lockruf für Hiking-Fans.

EXOTISCH

Das Land des Thanaka

Es findet zwar langsam einen Platz auf der Liste der beliebtesten Destinationen, aber noch hütet Myanmar einige Geheimnisse. Wie die mysteriösen Zeichnungen, mit denen die Burmanen ihre Gesichter bemalen.

GASTRONOMIE

Das Leben nach dem„Nigiri“

Die japanische Gastronomie ist mehr als nur Reis und roher Fisch. Auch Pizzen, Kroketten und Omelettes nach japanischer Art wetteifern um die Gourmets. Halten Sie Ihre Stäbchen bereit.

WELLNESS

Das Geheimnis des nordischen Glücks

Wenn Sie glücklich sein möchten, fangen Sie an, die Bedeutung von „hygge“, „lagom“ oder „koselig“ zu lernen, das „Hakuna Matata“ von Ländern wie Dänemark, Schweden und Norwegen, den glücklichsten der Welt.

TENDENZEN

In 80 Klubs um die Welt

Ein Klub war das zweite Zuhause eines britischen Gentleman. Soho House bietet seinen Mitgliedern Häuser auf der ganzen Welt, allerdings ist es nicht notwendig ein Kavalier zu sein. Aber diskret.

Top 6A

Haute Couture Hotels

Die Modedesigner geben nicht nur die Tendenzen auf dem Laufsteg an. Sie hinterlassen ihr Markenzeichen auch in Hotels, Zimmern und Ferienanalgen auf der ganzen Welt.

TRAVELBEATS

Hier erwarten Sie die trendigsten Hotels und Restaurants, die kultigsten Galerien, Neueröffnungen und die angesagtesten Orte des Planeten.

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Jorge Martín

Verlagsleiter

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Kreativdirektor

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Chefredakteurin

Lucía Martín, Elena Arranz, Patricia Gardeu, Alejandra Abad, Rosa Pernía

Redaktions

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Lokale Verlage

Nuria Cabot

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Director of Product Strategy

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Marketing Executive

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Account Assistant

María Calvo

Verantwortlich Handelszentrum- Europa

Sara Callejas

Vertrieb

Santiago García

Entwicklungsleiter

Sergio Cieza, Natalia García, Miguel Ángel Cárdenas

Programmierer

Reiseziele - Australien

Magazine

REISEZIELE

AUSTRALIEN

Vereint mit dem Meer

TEXT:

Alejandra Abad

FOTOS:

Tourism Australia

VIDEO:

Visit Victoria

Der unbezähmbare Ozean auf einer Seite, die wilde Natur auf der anderen. Zwei Fahrbahnen trennen Land und Meer voneinander und verlaufen entlang der australischen Küste an schwindelerregenden Klippen, Kängurus und Surfern vorbei.\n

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aben Sie Lust „Die Sau und die Ferkel“ zu besichtigen? Der Name ist wohl nicht sehr ansprechend. Das dachte sich auch die australische Regierung in den 50er Jahren und änderte ihn auf „Die zwölf Apostel“. Mit diesem Marketing-Zaubertrick verwandelte sie eine Felsformation in eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Südostküste des Landes. Ganz in der Nähe der Ortschaft Port Campbell erheben sich aus dem Südlichen Ozean acht riesige und majestätische Türme aus Kalkstein, die eine Höhe von 45 Metern erreichen. Einst waren es neun - einer stürzte 2005 ein - und ihr Name verlangte nach Poesie.\n

Die Great Ocean Road schlängelt sich die Küste entlang und vereint auf ihren 240 Kilometern die bekanntesten Klischees Australiens.

Sie sind die Hauptsehenswürdigkeit der Great Ocean Road, einer Straße, die sich die Küste entlang schlängelt und auf ihren 240 Kilometern die bekanntesten Klischees Australiens vereint. Wilde Wellen und auf ihnen reitende Surfer, Naturparks mit Koalabären und Kängurus, Weinberge und Fischerdörfer. Die Straße beginnt ungefähr 100 Kilometer von Melbourne entfernt in Torquay, Heimat von Marken wie Rip Curl oder Quicksilver, dort, wo das Surfen eine Religion ist. Nur wenige Minuten entfernt liegt Bells Beach, ein Heiligtum für alle Surfbegeisterten, mit Wellen, die eine Höhe von bis zu fünf Metern erreichen. Im Verlauf der Strecke bieten weitere Strände wie Fairhaven und Eastern View die Möglichkeit das Meer zu erobern.
 
Der Wind, der ohne Gnade gegen die Küste peitscht, war schuld an zahlreichen Schiffsunglücken. Man hat 240 Wracks entdeckt, wobei mehr als 600 Schiffe bei dem Versuch untergingen diese schroffe, mit Klippen übersäte Küste zu erreichen. Daher sind die 130 Kilometer, die Princetown von Peterborough trennen, auch als „Küste der Schiffsunglücke“ bekannt.\n

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Der gleiche Wind war aber auch ihr bedeutendster Wohltäter. Er ist für die riesigen Wellen verantwortlich, die die Surfer in Scharen anlocken und meißelte die heiligen Felsspitzen der berühmten Zwölf Apostel, die vor 20 Millionen Jahren noch mit der Steilküste verbunden waren, ins Meer. Das perfekte Foto präsentiert sich zum Sonnenuntergang mit dem Spiel der Lichter oder aus der Luft bei einem Helikopterflug.\n

Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt bei 80 Kilometer pro Stunde, was den malerischen Charakter der Strecke noch mehr hervorhebt

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Rip Curl Por Bells Beach ist eines der ältesten und angesehensten Turniere der Welt

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Die Erinnerung des Asphalts

Die Straße wurde zwischen 1919 und 1932 von 3000 Soldaten gebaut, die nach dem Ersten Weltkrieg in Ihre Heimat zurückkehrten. Die einzigen ihnen zur Verfügung stehenden Werkzeuge waren Spitzhacken, Schaufeln und Schubkarren. Die Route widmete man den im Kampf gefallenen Soldaten, was sie zum längsten Kriegsdenkmal der Welt macht.\n

Über die Great Ocean Road mit den Folk-Melodien des Surfers Jack Johnson als Soundtrack zu fahren, lädt dazu ein, sich treiben zu lassen und in die Landschaften einzutauchen. Doch sollte man nicht vergessen, dass man jeden Moment auf weitere australische Klischees mit einem betrügerischen Aussehen in Form eines harmlosen Kuscheltiers treffen kann: das Känguru oder der Koala. „No worries, mate“. „Kein Problem, mein Freund“, würde ein „Aussie“ (Australier) sagen, und auch die Straßenschilder weisen alle paar Kilometer daraufhin.\n

Während das Meer auf einer Seite der Straße tobt, die technisch als die B-110 bekannt ist, befinden sich auf ihrer anderen Seite wunderschöne Naturparks. Im Great Otway verbergen sich hinter riesigen Wasserfällen Höhlen voller Glühwürmchen. Die durch Eukalyptuswälder führenden Wege auf 30 Metern Höhe sind die höchsten der Welt. Trotz des intensiven Duftes dieser Bäume verschwindet der Geruch nach Salpeter nicht.
 
Technisch gesehen endet die Great Ocean Road in Allansford, doch verlängern viele diese malerische Strecke um einige Kilometer. Es lohnt sich, bis nach Warrnambol zu fahren, an dessen Strand Logan Beach man Südliche Glattwale beobachten kann, die hier zwischen Mai und Oktober ihre Jungen gebären; oder bis nach Cape Bridgewater, wo man hunderte von Seelöwen begrüßen kann, die sich am Strand räkeln.
 
„Froh lasst uns jubeln, Einwohner Australiens, denn wir sind jung und frei (...) das Meer umschließt unsere Heimat, unser Land ist reich an Gaben der Natur“. Der poetische Text der australischen Hymne könnte sich gut auf die Great Ocean Road beziehen. Viel besser als jene „Sau und Ferkel“, die ihr nicht im Geringsten gerecht werden.\n

Die hängenden Wege des Otway Parks sind 600 Meter lang

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Wanderer, es gibt einen Weg

Allen Fans des „Trekkings“ stehen 100 Kilometer Wanderweg auf dem Great Ocean Walk zur Verfügung, der von Apollo Bay bis zu den Zwölf Aposteln führt. Man kann sie in ungefähr acht Wandertagen entlang des Meeres zurücklegen oder mit Unterbrechungen, wenn man die Strecke mit dem Auto fährt.\n

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Trotz ihres niedlichen Aussehens können die Koalas sehr aggressiv sein

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Der Bau der Straße war eine Einnahmequelle für die Soldaten, die aus dem Krieg zurückkehrten und mit dieser Skulptur geehrt werden, die den Anfangspunkt markiert

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Interview

Magazine

INTERVIEW

„Wie bei einem Hurrikan auf einen Baum zu klettern“

Emily Guilding

Sie tauschte ihren Bürojob, um als Akrobatin bei mehr als 240 Kilometern pro Stunde festgeschnallt auf einem Doppeldecker aus den 40er Jahren zu arbeiten. So ist das Leben auf Wolken.\n

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Das Training, um ein „Wingwalker“ zu werden, dauert ungefähr einen Monat.

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Welche Art von Akrobatik macht ihr und welche ist die Schwierigste?\n

Wir zeigen in 17 Minuten mehrere Übungen des Kunstturnens, während das Flugzeug seinen Kunstflug inklusive Loopings, Drehungen, Sturzflügen und Aufstiegen macht. Wir machen mehrere Bewegungen in der Höhe, strecken die Beine, balancieren, machen eine Kerze ... Wir setzen uns auch auf den vorderen Teil der Tragflächen und müssen klettern, um aus der Kabine raus- und wieder reinzukommen. Der schwierigste Teil ist, mitten im Flug aus der Kabine zu klettern. Es ist wie bei einem Hurrikan auf einen Baum zu klettern.\n

Welche ist deine Lieblingsakrobatik?\n

Am besten gefällt mir der „Loop“ in mehr als 300 Metern Höhe. Es ist genial, die Schwerelosigkeit bei einem „Loop“ mit dem Flugzeug über mir und dem Boden unter mir zu spüren.\n

Welcher Ort hat dich am meisten beeindruckt?\n

Ich bin über Dubai, Japan und China geflogen. Ich glaube Dubai war am aufregendsten, da wir über die Palm Islands, den Burj Khalifa und das Burj Al Arab und all die symbolischen Orte geflogen sind, die ich bisher nur aus dem Fernsehen kannte.\n

Was gefällt dir an deiner Arbeit am meisten?\n

Mir gefällt es, durch die Welt zu reisen und neue Orte aus einer so einzigartigen Perspektive kennenzulernen, von hoch oben auf einem Doppeldecker. Nicht viele Leute können sagen, dass sie das schon gemacht haben!\n

Hast du dir jemals vorgestellt, dass du als Akrobatin hoch oben auf einer Boeing Stearman arbeiten würdest?\n

Das ist mir niemals durch den Kopf gegangen. Meine Karriere war sehr bodenständig. Ich arbeitete fünf Jahre als Umweltberaterin und hatte sehr viel Spaß daran, doch dann merkte ich, dass ich etwas Aktiveres machen wollte. Etwas unter freiem Himmel, etwas Besseres als von neun bis fünf Uhr in einem Büro zu sitzen. Nachdem ich eine Show meiner Schwester Stella gesehen hatte, die bereits im Team war, wusste ich, was ich tun wollte. Wingwalking ist ein fantastisches Erlebnis. Wir fliegen so nah, dass wir uns in der Luft sehen und Grimassen schneiden können.\n

Und was denkt eure Familie über die Arbeit als „Wingwalker“?\n

Sie finden es toll. Unser Vater hat das Wingwalking sogar selbst ausprobiert und es gefiel ihm. Jetzt versteht er, warum wir es machen wollen. Sie sind zu einigen unserer Shows gekommen und wir waren ganz gerührt zu wissen, dass sie uns von unten bei dem zusehen, was uns gefällt.\n

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Wenn du das nächste Ziel für eure Show auswählen könntest, welches wäre es?\n

Der Grand Canyon oder die Niagarafälle wären fantastisch.\n

Kann jeder ein „Wingwalker“ sein?\n

Ein professioneller „Wingwalker“ darf nicht größer als 1,62 Meter sein und mehr als 53 Kilo wiegen. So wird der Luftwiderstand minimiert, damit das Flugzeug gut die Manöver durchführen kann. Trotzdem kann jeder es bei einem Training ausprobieren. Wenn man nicht größer als 1,86 Meter ist und weniger als 89 Kilo wiegt, kann man zu unserem Flugplatz in Gloucestershire kommen und es ausprobieren.\n

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Emily möchte nicht auf festem Boden tanzen, sie bevorzugt das Höhenballett auf einem Doppeldecker in 300 Meter Höhe. Mitten im Flug verlässt sie den Maschinenraum und klettert auf die Tragflächen, um zu turnen, während das Flugzeug einen Kunstflug vollführt. Sie und ihre Kollegen im Doppeldecker müssen jede Bewegung koordinieren. Gemeinsam bilden sie die Patrouille der Breitling Wingwalkers, das weltweit einzige „Wingwalking-Team“.

Sie sind die Erben der „Barnstormers“, der berühmten Piloten und Luftakrobaten der 20er und 30er Jahre. Der Vorreiter und erste „Wingwalker“ war der Nordamerikaner Ormer Locklear, der während eines Trainings seine Kabine verließ, um ein technisches Problem zu beheben. Das war 1918 und seine waghalsige Heldentat wurde bald in alle Flugshows dieser Epoche aufgenommen, bei denen man von Flugzeug zu Flugzeug sprang oder weder mit Fallschirm noch mit irgendeiner Befestigung über die Tragflächen spazierte.
 
Die Sicherheitsmaßnahmen haben sich seitdem geändert, aber dennoch teilen Emily und ihre Kollegen ihren Mut und ihre Liebe für die Höhen mit den Pionieren. Ihr Könnenzeigen sie auf Flugzeugen, die jenen von damals sehr ähneln, zum Beispiel einer Boeing Stearman Doppeldecker aus den 40er Jahren, deren Motoren erneuert wurden.\n

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Abenteuer

Magazine

ABENTEUER

Jordanien für Nomaden

650 Kilometer in 40 Tagen. Die neue Route „Jordan Trail“, die Jordanien von Norden nach Süden durchquert, ist ein deutlicher Lockruf für Hiking-Fans.\n

Schon Tolkien sagte: „Nicht alle, die umherstreunen, haben sich verirrt.“ Tausende von Jahren wurde Jordanien auf der Suche nach Wissen, Austausch und Verbindungen zu Fuß durchquert. Von den nabatäischen Händlern, die sich ihren Weg durch die Wüste erkämpften, bis zu den Edomitern, die die Handelsroute auf dem Königsweg bis nach Damaskus entlang liefen. Zu Fuß zu reisen ist so alt wie die Wege, die beschritten wurden.\n

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Foto: jordanTrail.org

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Jordanien, ein Treffpunkt für Abenteurer aus der ganzen Welt, bietet endlich eine Route für alle, die „sich verlaufen“ möchten. Nach fünf Jahren, in denen mehr als 40 Freiwillige den Weg kartografiert haben, wurde jetzt der „Jordan Trail“ vorgestellt, ein Wanderweg, der von Nord bis Süd das ganze Land durchquert. Über 650 Kilometer durch 52 Dörfer und Städte. Die JTA (Jordan Trail Association), verantwortlich für die Entwicklung und die Instandhaltung des Weges, erklärt, dass es sich dabei im Grunde „um einen kostenlosen, für jeden offenen Wanderweg handelt, auf dem man einen gesünderen Lebensstil ausprobieren, wieder mit der Natur in Kontakt treten und sich nach einem langen Wandertag in einem Dorf hinsetzen und mit einer ortsansässigen Familie ein traditionelles Mahl zu sich nehmen kann“.\n

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Die Hintertür von Petra

Die Strecke von Dana nach Petra, der erste fertig gestellte Abschnitt des Wanderwegs, wurde von National Geographic als einer der besten 15 Wanderwege der Welt bewertet. Er bietet die einzigartige Möglichkeit, die „rosafarbene Stadt“ über eine Treppe, die zur Fassade des Al Deir führt, durch die Hintertür zu betreten.\n

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Der „Jordan Trail“ führt durch die bedeutendsten historischen Schätze Jordaniens

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Die ganze Tour dauert 40 Tage. Man kann sie auf einmal durchführen oder sich eine (oder mehrere) der acht Etappen aussuchen, in die sie aufgeteilt ist. Jeder Abschnitt dauert vier bis fünf Tage und verbindet ganz unterschiedliche Regionen des Landes: von den fast mediterranen Dörfern in den Gebieten von Umm Qais oder Al Ayoun im Norden über das Jordan Rift Valley, dessen Canyons sich zur Wüste von Wadi Rum hin öffnen, bis zum Roten Meer.
 
Der „Jordan Trail“ führt durch die bedeutendsten historischen Schätze Jordaniens. Jerash und Petra gehören zu den Städten, die Wanderer mit dem Gewicht ihrer Zivilisationen beinahe überwältigen. Im Norden führt der Weg entlang an archäologischen Überresten aus der Zeit des Beginns des Christentums. Reisende können Bethanien, den Ort, an dem Jesus getauft wurde, ebenso besichtigen wie den Berg Nebo, von dem aus Moses das Gelobte Land erblickte. Die Geschichten werden noch glaubwürdiger, wenn sie ein einheimischer Gastgeber bei Kerzenschein in Petra, in einem Beduinenzelt im Wadi Rum oder unter freiem Himmel am Ufer des Jordans erzählt.
 
Die Organisation JTA (Jordan Trail Association) fördert den Gemeinschaftsgeist, ähnlich wie auf dem Camino de Santiago, und erlaubt den Wanderern, Kontakte zu knüpfen und Reisegruppen zu gründen. Die Website der JTA bietet Informationen über Sehenswürdigkeiten, Landkarten, Streckenführung etc.\n

Foto: jordanTrail.org

Die Nationalsprache Jordaniens ist Arabisch, wobei viele Einwohner etwas Englisch sprechen

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Foto: jordanTrail.org

Man kann die GPS-Koordinaten der geplanten Reise nach gewünschtem Schwierigkeitsgrad herunterladen

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Die Bewohner der Orte in der Umgebung sind ein essenzieller Bestandteil des Projektes, denn sie versorgen die Wanderer mit Nahrung und Unterkünften. Duha Fayyad, eine der ersten Frauen, die den kompletten Weg absolvierten, bestätigt, dass „die Familien, die entlang des Wanderwegs leben, den Wanderern einzigartige Erfahrungen bieten, indem sie ihnen traditionelle Lieder, Folkloremusik und Legenden vorstellen und Aspekte ihres Landlebens zeigen“.
 
Die Beschaffenheit des Wegs verändert sich ständig, seine Weiterentwicklung basiert auf den Beiträgen von Touristen und Jordaniern, die ihn entlanglaufen (auf der Website der JTA kann man Bewertungen abgeben). Von den vielen Möglichkeiten, ein Land zu durchqueren, ist eine der besten die, bei der der Staub der Landstraßen an den Sohlen kleben bleibt - und in der Erinnerung.\n

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Foto: yousefomar via VisualHunt.com

Der Canyon Wadi Mujib führt das ganze Jahr hindurch Wasser. Von vier möglichen Strecken gehen hier drei durchs Wasser.

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„On the Road“

Am 31. März 2017 fand der erste offizielle Aufruf zum „Jordan Trail Thru-Hike“ statt, der dazu aufforderte, den ganzen Weg abzulaufen. Die Teilnehmer sind bis zum 13. Mai unterwegs. Die Tour soll zu einem jährlich stattfindenden Event und zu einem der emotionalsten Termine im Kalender des „Jordan Trail“ werden.\n

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Exotisch

Magazine

EXOTISCH

Das Land des Thanaka

Es findet zwar langsam einen Platz auf der Liste der beliebtesten Destinationen, aber noch hütet Myanmar einige Geheimnisse. Wie die mysteriösen Zeichnungen, mit denen die Burmanen ihre Gesichter bemalen.\n

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as burmanische Make-up hat einen klangvollen, fast musikalischen Namen: Thanaka. Es fällt ins Auge, denn die meisten Menschen tragen es. Frauen, Kinder und auch viele Männer bemalen ihre Wangen mit diesem gelben Lehm, der gleichzeitig auch als Sonnenschutz dient. Und sie teilen es gerne mit uns, den erhitzten Touristen, den unermüdlichen Erforschern der Tempel und unleugbaren Laien, was die burmanische Mode betrifft.
 
Das Thanaka ist hausgemacht. Man zerstampft Baumrinde, vermischt sie mit Wasser und trägt die Paste auf Gesicht und Körper auf, normalerweise in Kreisen, manchmal aber auch mithilfe eines Stöckchens in Form von Zeichnungen. Aber diese originelle Interpretation des „Body Painting“ ist nicht das einzige Accessoire, das uns fehlt. Die traditionelle Bekleidung, das Longyi (eine Art Schlauchrock, den Frauen wie Männer tragen), scheint nicht für unsereins gemacht; ohne Gürtel oder Reißverschluss sind wir nicht in der Lage, sie anzulegen.\n

Da gefällt uns der burmanische Humor schon besser: „Mingalabar“ ist mehr als ein Gruß. Es bedeutet „hab einen erfolgreichen Tag“ und wir hören es am Eingang jeder Pagode, an den Ständen am Bogyoke-Markt und am Ufer des Inle-Sees. Mit einem Dauergrinsen im Gesicht betreten wir dieses „verborgene Paradies“ wie es die Reisebüros versprechen. Zumindest war es das bis vor Kurzem. Nach 25 Jahren Militärdiktatur beging das Land 2015 seine ersten freien Wahlen. Wahlsieger war die Nationalliga für Demokratie, die Partei der Friedensnobelpreisträgerin von 1991, Aung San Suu Kyi.\n

Die Mönche nehmen die Stadt ein

85 Prozent der Burmanen sind Buddhisten und es ist ganz normal, dass Mönche und Nonnen jeden Alters – alle mit kahlrasiertem Kopf – in den frühen Morgenstunden um Spenden bitten. Viele Burmanen geben mehr, als sie sich leisten können, denn das „zieht gutes Karma an“.\n

Foto: Dietmar Temps/Shutterstock.com

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über das Thanaka stammen aus dem 14. Jahrhundert, aber tatsächlich wird es seit über 2000 Jahren verwendet.

Die beginnende Öffnung des Landes brachte einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen mit sich, Touristen, die hier nach einer Authentizität suchen, die in anderen südostasiatischen Ländern bereits ausgestorben scheint. Sie finden sie an den lehmigen Straßen und in den Karren mit Street Food an der Anawrahta Road und in Chinatown in Yangon. Die Verkäufer von Armbändchen und Marionetten haben Zeit, die Touristen nach ihren Namen zu fragen. Sie stellen sich vor (Mingalabar!) und warten geduldig darauf, ihnen eines der bunten Souvenirs zu verkaufen.
 
Momo, eine junge Burmanin mit Pferdeschwanz und strahlendem Lächeln, folgt uns von Tempel zu Tempel durch den Stupa-Park Bagan. Der archäologische Komplex umfasst 2230 Tempel und Pagoden aus dem 11. bis 13. Jahrhundert. Ein echter Augenschmaus, vor allem bei Sonnenuntergang, wenn der Beiname des Landes „Land der goldenen Pagoden“ seine Bedeutung verdient. Am Ausgang ist Momo noch immer da. Sie bietet uns eine Unzahl an Dingen an: lackierte Schachteln, Buddhas aus Teakholz, Masken und ... Motorradhelme.\n

Foto: Jimmy Tran / Shutterstock.com

Die meisten Bewohner des Inle-Sees sind Intha; der Name bedeutet „Kinder des Sees“.

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Akrobatik auf dem Inle-See

Schwimmende Dörfer, Stupas und Tausende kleiner Boote füllen den 21 Kilometer langen Süßwassersee. Berühmt sind die Einbeinruderer, die auf einem Bein balancieren und mit dem anderen das Ruder bedienen.\n

Eine Fahrt mit dem Heißluftballon ist eine andere Möglichkeit, Bagan zu erkunden.

Ganz in der Nähe liegt der Mount Popa, ein weiteres Muss bei einem Besuch Myanmars. Wir stehen sehr früh auf, um den erloschenen Vulkan zu besteigen und das buddhistische Kloster auf dem Gipfel zu besichtigen. 777 in den Fels gehauene Stufen muss man barfuß bewältigen (auf den ersten 200 darf man noch Schuhe tragen). Ein paar Touristen, aber vor allem Burmanen pilgern hinauf, um die 35 „Nats“ oder Geister zu ehren, die auf diesem 1518 Meter hohen Berg wohnen.
 
Trotz der enormen Hitze schaffen wir es. Natürlich unter dem Schutz des Thanakas. Die „Mingalabar“ unterwegs zeigten Wirkung: Wir fühlen uns tatsächlich erfolgreich.\n

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Foto: Tooykrub / Shutterstock.com

Viele Kinder werden Mönche, denn das ist die billigste Möglichkeit, eine gute Ausbildung zu erhalten.

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Gastronomie

Magazine

GASTRONOMIE

Das Leben nach dem„Nigiri“

Die japanische Gastronomie ist mehr als nur Reis und roher Fisch. Auch Pizzen, Kroketten und Omelettes nach japanischer Art wetteifern um die Gourmets. Halten Sie Ihre Stäbchen bereit.\n

13 Restaurants mit drei Michelin-Sternen machen Tokio zu der Stadt mit den meisten Auszeichnungen weltweit, noch vor Paris mit neun Restaurants. Zu diesen 13 kommen weitere 51 mit zwei Sternen und 153 mit einem. Die japanische Gastronomie ist in Mode und beschränkt sich nicht nur auf Sushi. Auch wenn Sushi das am häufigsten exportierte Gericht Japans ist, wird es in Japan selbst gar nicht so viel gegessen. Für die Japaner ist Sushi mehr eine Ausnahme als Alltagsessen, denn qualitativ hochwertiges Sushi kann schnell 300 Euro kosten. Dies ist zumindest der Preis pro Gedeck im Jiro (Tokio), das sich in der U-Bahnhaltestelle Ginza befindet und als bestes Sushi-Restaurant der Welt bezeichnet wird.\n

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Der letzte Tokioter, der sich der Drei-Sterne-Liste angeschlossen hat, ist Kohaku. Sein meistverkauftes Gericht ist nicht Sushi, sondern das „Beef Shabu-Shabu“ in „Katsuo-Dashi“ - fettige Fleischfilets in einer Brühe aus trockenem Bonito. Eine ähnliche Version ist der „Sukiyaki“ mit einem kräftigeren Geschmack. Er wird in einem flachen Topf mit einer Gemüsebrühe, Fadennudeln und Kalbsfleischstückchen serviert. Das Geheimnis dieses Gerichts und was ihn vom „Shabu-Shabu“ unterscheidet, ist die Soße. Sie wird mit Soja und Zucker zubereitet. Der „Sukiyaki“ ist typisch für die Regionen Kantō und Kansai im Landesinneren.\n

Tokio ist die Stadt mit den meisten Michelin-Sternen der Welt.

Hydrate gehören zu den Hauptzutaten der japanischen Gastronomie. Sie sind auch das Geheimnis des langen Lebens der Japaner - sie haben die zweithöchste Lebenserwartung der Welt. Ein weiteres Beispiel für diese Küche: die japanische Pizza „Okonomiyaki“. Rund und in dreieckige Stücke zerteilt, hat sie trotzdem kaum etwas mit dem italienischen Gericht gemein. Sie ist ein Fladen mit Gemüse als Basis, den man mit beinahe alle Zutaten belegen kann. Es gibt zwei Varianten, nach Kansai Art und nach Hiroshima Art.\n

„Okonomiyaki“ stammt von den Begriffen „Knomi“ (Geschmack) und „Yaki“ (vom Grill).

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Die „Korokkes“ sind auch in Südkorea sehr beliebt.

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In der Region Kansai wird der Teig der „Okonomiyaki“ (auf Grundlage von Mehl, Wasser, Eier und Yams) gemeinsam mit anderen Zutaten gemischt und auf dem Grill zubereitet. Während in Hiroshima die Zutaten nicht mit dem Teig vermischt, sondern schichtweise darauf verteilt werden. Alle „Okonomiyakis“ haben etwas gemeinsam, nämlich die Soße, die sie bedeckt. Sie wird mit Tomaten, Früchten (normalerweise Pflaumen) und Soja zubereitet. In Osaka (Kansai) ist sie sehr beliebt. Mehrere Restaurants der Stadt tragen dieses Gericht sogar als Namen, wie das Okonomiyaki Momiji und das Okonomiyaki Chibou.
 
Auch wenn die westliche Küche im 16. Jahrhundert nach Japan gelangte, wurde sie dort erst im 19. Jahrhundert populär. Die „Korokkes“, die japanischen Kroketten, gibt es erst seit rund 100 Jahren. Die Bezeichnung stammt von dem französischen Wort „croquette“. Sie werden mit Kartoffelpüree, Zwiebeln und weiteren Zutaten wie Fleisch, Fisch oder Gemüse paniert und frittiert. Diese Beilage hat sich in ein beliebtes Hauptgericht auf der Speisekarte der Japaner verwandelt und wird mit Salat und Soßen serviert.\n

Zeit für einen Aperitif in Osaka

Die beliebteste Speise der „Street Food Markets“ in Japan sind die „Takoyakis“. Sie stammen aus Osaka und sind mit Oktopus gefüllte Windbeutel. Sie sind sehr knusprig und man isst sie für gewöhnlich mit einer süßen Soße oder Mayonnaise. Probieren Sie sie auf dem Kuromon Ichiba Market.\n

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In der gleichen Zeit entstand der „Omuraisu“ oder „Omurice“, ebenfalls unter dem Einfluss des Westens. Es scheint ein typisches französisches Omelette zu sein, doch die Füllung birgt eine Überraschung: Der Omuraisu ist mit Reis gefüllt. Für gewöhnlich wird er mit Tomatensoße oder sogar Ketchup kombiniert oder auch mit Fleisch oder Gemüse. Das Restaurant Taimeiken in Tokio bereitet eine Variante zu, die man zu Ehren des Films von Juzo Itami „Tampopo Omurice“ getauft hat. „Omurice“ ist eines der wenigen japanischen Gerichte, bei dem zum Essen der Löffel empfohlen wird. Wer denkt bei so viel kulinarischer Vielfalt da noch an Nigiris?\n

Foto: cowardlion/Shutterstock.com

Die „Takoyakis“ können alleine aber auch zusammen mit anderen Zutaten serviert werden.

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Die Geschichte der Krokette

„Heute essen wir Korokkes und morgen auch.“ Dieser Song, veröffentlicht zu Beginn des 20. Jahrhunderts, verdeutlicht, wie beliebt dieses Essen in Japan wurde. Heute werden sie in Restaurants, an Straßenständen und in Supermärkten als Fertiggericht verkauft und dann zu Hause aufgewärmt.\n

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Wellness

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WELLNESS

Das Geheimnis des nordischen Glücks

Wenn Sie glücklich sein möchten, fangen Sie an, die Bedeutung von „hygge“, „lagom“ oder „koselig“ zu lernen, das „Hakuna Matata“ von Ländern wie Dänemark, Schweden und Norwegen, den glücklichsten der Welt.\n

Kiwisoul / Shutterstock.com

Norwegen hat über 1000 Fjorde

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Dinner mit Dänen

Die Dänen bevorzugen die Intimität eines Abendessens zu Hause. Deswegen gefällt ihnen das Projekt „Meet the Danes“, das darin besteht, einen Touristen zu sich nach Hause einzuladen. Bei einem typischen Essen kann man sich dann über die Kultur des jeweiligen Landes austauschen. Eine sehr „hygge“ Idee für einen sehr netten Abend.\n

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as „Geheimnis“ wird von einem nordischen Land zum nächsten weitergegeben. 2016 war es Dänemark, dieses Jahr ist Norwegen das Land, das als glücklichstes der Welt gilt. Das Geheimnis scheint auf dem zu beruhen, was Begriffe wie „hygge“, „lagom“ und „koselig“ repräsentieren. Der Erste stammt aus Dänemark und bedeutet so viel wie „den Augenblick zu nutzen“. Der Zweite stammt aus Schweden und verteidigt den Grundsatz „weniger ist mehr“. Der Dritte kommt aus Norwegen und bedeutet „gemütlich“. Drei Konzepte, die das Glück des Augenblicks beschreiben.
 
Einfache Dinge, wie sich unter die Bettdecke zu kuscheln, seine Katze zu streicheln, Schokolade oder Käse mit Wein zu genießen, mit Freunden, ohne Stress, ohne Eile. Einen Sonnenuntergang über dem Meer zu betrachten, ein gutes Buch zu lesen ... Aber wenn jeder solche Dinge tun kann – warum sind es dann nur die Menschen aus dem Norden, die sie genießen? Vielleicht, weil der „weltweite Glücksreport“ der UNO nicht nur Faktoren wie Lebenserwartung und Freiheit berücksichtigt, sondern auch Punkte wie Einkommen, soziale Unterstützung und fehlende Korruption in der Regierung. Allerdings hängt es von jedem selbst ab, Harmonie zu finden, das richtige Ambiente zu schaffen und zu versuchen, Stress zu vermeiden. Es ist eine Lebenseinstellung.
 
Etwas, das die englische Schriftstellerin Helen Russel begriffen hat, die in ihrem Buch „The year of living danishly“ beschreibt, wie sie ein Jahr lang auf der Suche nach dem „Geheimnis des Glücks“ durch Dänemark reiste. „Ich begann mit einer Kolumne über das dänische Leben für ‚The Telegraph’ in Großbritannien, später gab man mir das Buch in Auftrag, denn weltweit herrscht ein großes Interesse an den Dingen, die die Dänen anders machen.“ Sie fand heraus, dass eine ihrer Säulen Vertrauen ist. „79 Prozent der Dänen vertrauen den meisten Menschen“ und haben so weniger Angst. ‚Hygge’ bedeutet so viel wie präsent zu sein, einfache Dinge zu feiern und dankbar zu sein.“

„Der Staat unterstützt das“, erklärt Russel. Er belohnt bewusstes Verbraucherverhalten und fördert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Aber man merkt das auch in anderen Bereichen. Die Restaurants mit „New Nordic Cuisine’ beschreiben sich beispielsweise als „schnellster Weg zum größten Genuss“. Dieser besteht darin, regionale, nachhaltige Produkte zu verwenden und sie auf traditionelle Weise zuzubereiten. „Wenn eine Möhre gut ist, wie sie ist, verarbeite sie nicht zu sehr, sondern iss sie einfach“, heißt es hier.\n

Kopenhagen hat die perfekten Restaurants, um das zu verstehen. Wie das Höst, das Zutaten der nordischen Küche wie Langusten, Fleisch und Käse verarbeitet. Das Café Glyptoteket lockt neben nachhaltigen Zutaten für seine Produkte mit einem Garten mit Palmen und exotischen Pflanzen. Oder das The Living Room, das seinem Namen alle Ehre macht: ein Wohnzimmer mit Sofas, Decken, Kissen und einem Kamin. Sogar in den Straßen spürt man es, wie Instagramer wissen. Zum Beispiel @tschang, der versichert, dass ein Spaziergang auf der Magstræde nicht nur ein Bummel über eine der ältesten Straßen Kopenhagens ist, sondern „eine Reise in die Vergangenheit“.
 
Aber die Dänen haben kein Monopol aufs Glücklichsein. In Schweden gibt es Ikea mit dem Projekt „Live LAGOM“, das nicht nur nachhaltige Möbel baut, sondern eine Gemeinschaft gegründet hat, die auf Recycling und einer gesunden Lebensweise basiert. Eine Lehre, die das richtige Maß finden möchte. Von diesem Möbelhaus stammen tatsächlich auch einige Stücke im königlichen Palast in Gamla Stan, der Altstadt Kopenhagens. Ein Labyrinth mit gepflasterten, mittelalterlichen Gassen, in dem man dieses Glück ganz genau spürt. Wohltuend wie ein Schluck heißer Kakao im Chokladkoppen im Herzen des Viertels. 
2017 ging der Titel an Norwegen. Hier versteht man, was Glück heißt, wenn man Orte wie Tromsø besucht, 350 Kilometer nördlich des Polarkreises und einer der Orte mit den schönsten Polarlichtern der Welt. Was kann Glück anderes bedeuten, als im Schein der Mitternachtssonne zu joggen? Darüber hinaus verfügt das Land über Ecken wie Trolltunga, ein über 1100 Meter hoher Felsvorsprung über dem Stausee Ringedalsvatnet. Ein weiteres Motiv für Ruhe und Freiheit ist der Kjeragbolten, ein zwischen zwei Felswänden eingeklemmter Stein mitten in einer überwältigenden Naturlandschaft. Es ist tatsächlich so. Man muss den Ort und den Moment finden, um genauer hinzusehen; bei den beeindruckenden Landschaften innehalten, die uns umgeben; und die Einfachheit des Lebens genießen. „Hygge“, „lagom“, „koselig“ ... oder das ewige „Carpe diem“.\n

Foto: Tuukka Ervasti_imagebank.sweden.se

Das Café Chokladkoppen beschreibt sich als „gay-friendly“

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Foto: Helena Wahlman_imagebank.sweden.se

Glück hat nichts mit dem Wetter zu tun: Diese Länder haben nur vier Sonnenstunden.

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Selbst die Emojis sind glücklich

Aus Finnland kommen einige Wörter, die in diesem Jahr im Trend liegen, wie zum Beispiel „Kalsarikännit“, was soviel bedeutet, wie alleine in Unterwäsche zu Hause zu trinken. Es ist so beliebt, dass das Außenministerium ein Emoji dazu kreiert hat, und außerdem 55 weitere, um Gefühle zu beschreiben, die nur schwer in einem einzigen Wort auszudrücken sind.\n

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Tendenzen

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TENDENZEN

In 80 Klubs um die Welt

Ein Klub war das zweite Zuhause eines britischen Gentleman. Soho House bietet seinen Mitgliedern Häuser auf der ganzen Welt, allerdings ist es nicht notwendig ein Kavalier zu sein. Aber diskret.\n

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hileas Fogg aus dem Roman von Jules Verne setzte im Reform Club in London vor den Augen seiner Freunde sein ganzes Vermögen aufs Spiel mit der Wette, dass er die Welt in 80 Tagen umrunden würde. Wenn sich diese Wette heute in einem der Soho House Klubs wiederholen würde, gäbe es eine Klausel, die dazu verpflichten würde, einen Film oder Dokumentarfilm über die Reise zu drehen, ein Drehbuch zu schreiben oder sie in ein Videospiel zu verwandeln.
 
Die Mitglieder des Soho House sind keine Aristokraten mit Geld und englischen Landhäusern. Sie sind Künstler, Cineasten, Journalisten, kreative Werbefachleute und technologische Unternehmensgründer. Sie zahlen einen Jahresbeitrag (zwischen 1200 und 2000 Dollar), um sich zu treffen, zu arbeiten, Kontakte zu knüpfen, das Spa oder Fitnesscenter zu besuchen und vor allen Dingen, um sich im Restaurant oder am Pool auf der Dachterrasse sehen zu lassen.
 
Wie jeder Klub hat auch das Soho House seine Regeln. Die Wichtigste: Es ist verboten, einen Anzug zu tragen und das Mobiltelefon sowohl für Anrufe als auch zum Fotografieren zu nutzen. Um Mitglied zu werden, muss man weder berühmt noch reich sein. Tatsächlich wurde Kim Kardashian nicht aufgenommen, obwohl sie es mehrere Male versucht hat und 500 hohe Tiere der Wall Street wurden vor ein paar Jahren aus dem Soho House New York verwiesen, weil die Geschäftsleitung ihr kreatives Profil zurückgewinnen wollte.\n

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Neben einem traditionellen Landhaus verfügt Soho Farmhouse über Stallungen, eine Anlegestelle, einen Pool, eine Scheune als Restaurant und 40 Holzhütten

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Das Soho House Barcelona befindet sich im Barrio Gótico mit Blick auf Port Vell

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Weniger Arbeit, mehr Entspannung

Einige Soho Houses haben sich in ein Starbucks verwandelt, mit jungen Leuten, die hier tagsüber an ihren Laptops arbeiten. Deshalb musste Nick Jones zeitliche Grenzen setzen, damit sie sich sozialisieren. Und hat zwei Soho Works in London und Los Angeles für alle Workaholics eröffnet.\n

„In den Soho Houses soll man sich wie zu Hause fühlen, nicht wie bei einer Aktionärsversammlung“, verteidigt dies ihr Gründer Nick Jones. Der 53-jährige Brite eröffnete das erste Soho House in der 40 Greek Street in London. Das war im Jahr 1995. Sein Ziel war es, das Konzept der traditionellen Gentlemen-Klubs zu aktualisieren und ein Zuhause außerhalb von Zuhause für alle möglichen kreativen Personen zu schaffen. Einen Klub, um den Tag zu verbringen, und wenn nötig auch die Nacht, da einige ebenfalls über für das Publikum frei zugängliche Hotels oder auch Restaurants wie Cecconi’s und Dirty Burger oder die Spas von Cowshed verfügen.
 

Seitdem hat er beschlossen, es Phileas Fogg leicht zu machen eine Unterkunft bei seiner Weltumrundung zu finden und hat Soho Houses in Barcelona, Istanbul, New York, Chicago, Miami, Toronto, Berlin oder Los Angeles eröffnet. Auch auf dem Land dürfen keine Soho Houses für das Wochenende fehlen: Soho Farmhouse, in Oxfordshire und Babington House, eine gregorianische Villa in Somerset. Weitere Projekte neben Amsterdam bringen die Klubs bis nach Asien, konkret bis nach Tokio, wo Tadao Ando bereits ein Gebäude entwirft, sowie nach Bombay und Hong Kong.\n

Das Soho House Chicago öffnete in einer ehemaligen Gürtel-Fabrik in Fulton Market District

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Jones ist sehr stolz, dass der Soho House Stil, dieses emotionale Design, das emotive Verbindungen mit den Orten schafft, sich in ein Synonym des Wohlbefindens verwandelt hat, nach dem alle Innenarchitekten streben. Das wichtigste in den Hotels sind die Betten, diese müssen groß und gemütlich sein.
 
Dies könnte der Grund sein, weshalb die Stars aus Hollywood hier ihre Geburtstage feiern oder sich keine Sorgen zu machen müssen, dass man sie vom Nachbartisch aus fotografiert. Alle, die in den Hotels übernachten, können außerdem jene Bereiche nutzen, die nur für Mitglieder reserviert sind. Unter Berücksichtigung der Regeln des Klubs natürlich: Veröffentlichen Sie niemals auf Instagram was oder wen Sie im Klub sehen.\n

Wenn Sie sich den weltweit beinahe 60.000 Mitgliedern von Soho House anschließen möchten (oder zumindest den 30.000, die auf der Warteliste stehen), müssen Sie nur einen Antrag ausfüllen und erklären, was Sie machen sowie eine Bürgschaft von zwei Mitgliedern erhalten. Ein Ausschuss wird Ihre Bewerbung beurteilen.\n

Möchten Sie Mitglied werden?

Die Mitglieder von Soho House sind Künstler, Cineasten, Journalisten, kreative Werbefachleute und technologische Unternehmensgründer.

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Top 6A

MAGAZINE

TOP 6A

Haute Couture Hotels

Die Modedesigner geben nicht nur die Tendenzen auf dem Laufsteg an. Sie hinterlassen ihr Markenzeichen auch in Hotels, Zimmern und Ferienanalgen auf der ganzen Welt.

Pineapple House – Round Hill - Ralph Lauren (Montego Bay, Jamaika)

Die Pineapple Houses, die unter der kreativen Leitung des amerikanischen Designers gebaut wurden, bieten einen herrlichen Ausblick auf das karibische Meer. Steinböden, Himmelbetten und Holzmöbel aus der exklusiven Kollektion von Ralph Lauren Home vervollständigen eine entspannende Inneneinrichtung mit tropischem Flair.

Hotel Notre Dame – Christian Lacroix (Paris, Frankreich) Modern mit Ausblick

Mitten im Latino-Viertel und mit Blick auf Notre Dame könnte dieses Hotel auch nur eines von vielen in der “Stadt des Lichts” sein. Doch die Inneneinrichtung mit einer Mischung aus prächtigen Stoffen, Kunstwerken, Marmorverzierungen, Holzbalken und intensiven Farben bringt den Stil von Lacroix zum Ausdruck.

Palazzo Versace (Gold Coast, Australien)

Als erstes Fünf-Sterne-Hotel einer Modemarke öffnete es im Jahr 2000 seine Türen. Seitdem gehören Paris Hilton oder Pamela Anderson zu den Stammgästen bei ihren Reisen nach Australien. Die dekorative Opulenz, inspiriert vom Versace-Universum, strotzt in jeder Ecke der 200 Zimmer des Hotels.

Grand Piano Suite - Hotel Claridge’s – Diane von Fürstenberg (London, Vereinigtes Königreich)

Kamine aus Marmor, ein Flügel und eine japanische Toilette sind nur einige Besonderheiten der Suite Gran Piano, die Diane von Fürstenberg für das Hotel Claridge’s dekoriert hat. Auf 178 Quadratmetern spielen Muster mit lebendigen Farben und Reisefotografien der Designerin die Hauptrollen an den Wänden.

Tortuga Bay - Óscar de la Renta (Punta Cana, Dominikanische Republik)

Der dominikanische Modeschöpfer hat seine Wurzeln nicht vergessen und deshalb dürfte sich auch das erste Resort mit seiner Signatur in keinem anderen Land befinden. Die für Óscar de la Renta typische Eleganz und Schlichtheit spiegelt sich in der Inneneinrichtung der 13 Villen und 20 Suiten wider, die am Strand von Punta Cana das Tortuga Bay Resort bilden.

Dior Suite - Hotel St.Regis (New York, USA)

Christian Dior und machte sie zu den Hauptfarben der Suite im Hotel St Regis in New York, die seinen Namen trägt. Die Inneneinrichtung dieser 158 Quadratmeter großen Suite mit Blick auf den Central Park und die Fith Avenue führt uns direkt in das Pariser Atelier des Designers.

Foto: Round Hill Hotel and Villas

Karibischer Luxus

Modern mit Ausblick

Eine Ode an die Opulenz

Suite mit Siegel

Alles bleibt zu Hause

Ein Stück Paris im Big Apple

Travelbeats

Magazine

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Foto: Duisburg Kontor GmbH/Thomas Mayer

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Eine Achterbahn zu Fuß

Auf dieser Achterbahn erleben Sie nicht den klassischen Adrenalinschub, dafür haben Sie genug Zeit, die Aussicht zu bewundern.
Es ist weder die höchste noch die schnellste, aber es ist die einzige Achterbahn der Welt, auf der man zu Fuß geht. Tiger & Turtle-Magic Mountain ist die perfekte Attraktion für einen Besuch mit Kindern. Sie steht auf einem Hügel in der deutschen Stadt Duisburg (in der Nähe von Düsseldorf) und ist 21 Meter hoch und über 220 Meter lang. Von diesem Aussichtspunkt aus kann man Rhein und Ruhr betrachten.\n

Foto: gigi_nyc via VisualHunt.com / CC BY-NC-ND

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Der schönste Sonnenuntergang New Yorks

Zweimal im Jahr richtet die Sonnen ihre Strahlen an dem Gitternetz aus, das die Straßen von Manhattan bilden. Dieses Phänomen wird Manhattanhenge genannt. Um ein Foto vom Manhattanhenge zu machen, dem schönsten Sonnenuntergang New Yorks, heißt es zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Der richtige Ort erstreckt sich von der 14th Street bis Upper Manhattan, und die richtige Zeit (eigentlich sind es zwei Augenblicke) ist Ende Mai und Anfang Juli, also drei Wochen vor und nach der Sommersonnenwende. In diesen Momenten richtet sich die Sonne zur Freude von Touristen, Neugierigen und Fotografen zehn Minuten lang auf dem Gitternetz aus, das die Straßen von Manhattan bilden.\n

Foto: © HUISTEN BOSCH

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Reise in den Sommer der Liebe

2017 feiert man in San Francisco zum 50. Mal den Sommer der Liebe. Und bei der Magic Bus Experience hat die Feier bereits begonnen. „Es ist kein Ausflug, es ist eine Reise“, heißt es dort. Eine Reise durch das San Francisco von heute in das San Francisco von gestern. Hauptanlaufpunkt der Tour ist der Stadtteil Haight-Ashbury, das Epizentrum der Hippie-Bewegung der 60er-Jahre. Bunte Wandbilder begrüßen die Passagiere des psychedelischen Reisebusses, während sie verschiedene Musik- und Theatervorführungen genießen.\n

Foto: Dale Johnson

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Dinner auf einem Felsen

Es war ein einfacher Unterschlupf für Fischer am Strand von Michanwi Pingwe an der Küste von Sansibar. Niemand dachte daran, dass er 2012 zu einem einzigartigen Restaurant mit einer Kapazität für 45 Gäste werden würde. Seine Besonderheit: Man isst auf einem Felsen mitten im Meer. Zum The Rock Restaurant gelangt man bei Ebbe zu Fuß, bei Flut muss man ein Boot nehmen. Aber dann ist das Erlebnis am beeindruckendsten: frisch gefangenen Fisch und Meeresfrüchte aus dem Ozean, der einen umgibt.\n

Foto: Swissôtel Zurich

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„Sportspitality“ – Hotels bringen sich in Form

Heute kann man in Hotels nicht nur schlafen, sondern auch leben. Die Gastfreundschaft der Hotels hat sich gewandelt und lockt eine neue Klasse Gäste an, die ihren Aufenthalt zu einer Erweiterung ihres Lebensstils machen möchten. Wir sind immer stärker daran interessiert, unsere Lebensgewohnheiten in unsere Reisen einzubeziehen. Da reichen luxuriös eingerichtete Räume nicht, wir wünschen uns ein Design, das Funktionalität bietet, Orte, an denen wir Körper, Geist und Seele regenerieren können, ohne das Hotel verlassen zu müssen. Ein Modell, das sich als „Sportspitality“ einen Namen gemacht hat, in dem Fitnesscenter und gesundes Leben im Fokus des Freizeitangebots stehen.\n

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